Jahresrückblick 2018

Jahresrückblick 2018
Afrikanische Elefanten kämpfen ums Überleben!

Viele Nachrichten gab’s dieses Jahr, hier was wichtig war; sicherlich gab es noch mehr. (Erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):


ELEFANTENBESTAND

Experten gehen seit 2016 von einem aktuellen Bestand von ca. 350.000 Savannen-Elefanten in Afrika aus; im Jahr 1979 waren es noch 1,3 Millionen und Anfang des 19. Jahrhunderts lebten in Afrika ca. 10 Millionen Elefanten. Bestand des Asiatischen Elefanten derzeit: etwa 30.000 Tiere.

Abnahme des Bestands pro Jahr in Afrika: Laut Untersuchungen nimmt der Elefantenbestand in Afrika um 8 Prozent pro Jahr ab. Das ist alarmierend!

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ELFENBEINHANDEL

Der Handel mit Elfenbein ist seit 1989 verboten. Dennoch ist Elfenbeinhandel heute der Hauptgrund für den drastischen Rückgang des Elefantenbestands. In Asien floriert der Handel, insbesondere seit die Chinesen in Afrika ihre wirtschaftlichen Interessen umsetzen.
Drei Kartelle in Afrika sind Wissenschaftlern zufolge für einen Großteil des weltweiten illegalen Elfenbeinhandels verantwortlich. ⇒Ganzer Bericht dazu (in Englisch, extern)

China
Einer der wichtigsten Schritte war das Ende des legalen Elfenbeinhandels in China, als bislang größter Elfenbeinmarkt weltweit. Das Land schließt ab 1.1.2018 die Elfenbeinmärkte und -werkstätten. Nun muss der illegale Handel bekämpft werden. Denn das Verbot ändert vermutlich noch wenig am Konsumverhalten vieler Chinesen. Sie verschieben den illegalen Handel auf den Schwarzmarkt oder in andere asiatische Länder.

EU
Die „African Elephant Coalition“ (AEC, 32 afrikanische Länder) forderte die EU erneut auf, den Elfenbeinhandel endlich zu beenden. Doch die Europäische Union hält weiterhin am legalen Elfenbeinhandel fest. Fatal für das Überleben der Elefanten, denn jeglicher Handel heizt die Wilderei an. Die EU erlaubt den Handel mit altem Elfenbein und bietet damit Schmugglern Schlupflöcher.

(Juli) Petition für ein Handelsverbot mit Elfenbein in und aus der EU:
Schluß mit Elfenbeinhandel!“ diese Forderung haben fast 200.000 Bürger*innen in der Petition der Organisationen IFAW, Pro Wildlife und Rettet den Regenwald unterschrieben. Die Petition wurde an das Bundesministerium für Umwelt (BMU) in Berlin übergeben.

Großbritannien
Das britische Parlament hat ein komplettes Elfenbeinverbot im Land beschlossen; in 2020 wird das Verbot wirksam. Zuvor eine Umfrage über Elfenbeinhandel, die über 60.000 Antworten erhielt, mit großer Mehrheit für ein Handelsverbot.

Luxemburg
Handelsverbot mit Elfenbein des EU-Staates Luxemburg.

Deutschland
Hier ist es weiterhin erlaubt mit „Alt-Elfenbein“ (Rohelfenbein und Schnitzerein) zu handeln, innerhalb der EU und außerhalb. Zwischen 2012 und 2018 wurden mehr als 1500 Schnitzereien aus Elfenbein aus der Bundesrepublik legal ins Ausland jenseits der EU exportiert. (Rohelfenbein darf nicht exportiert werden.)
Immer mehr Online-Angebote für Elfenbein: in Deutschland steigt die Zahl der im Internet angebotenen Schnitzereien, berichten Tierschützer. Bei einer Suche auf Onlinemarktplätzen fanden Mitarbeiter des International Fund for Animal Welfare (IFAW) 172 Anzeigen, in denen insgesamt 211 Objekte aus Elfenbein angeboten wurden.

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WILDEREI

Kenia
Die Wilderei von Elefanten in Kenia sei um 50 Prozent zurückgegangen, das berichtete der Kenya Wildlife Service (KWS) im Dezember 2018. Berichten zufolge in diesem Jahr 396 tote Elefanten, im Vergleich zu 727, in 2018.

Der Generaldirektor von KWS, sagte, dass es 2018 vierzig Fälle von Wilderei im Vergleich zu achtzig im Jahr 2017 gab, obwohl die Sterblichkeit von Elefanten um 30 Prozent zurückging; das Land habe in diesem Jahr 396 Elefanten aufgrund verschiedener Ursachen verloren, darunter natürliche Ursachen (Krankheit, Dürre, Ertrinken, Gebietskämpfe und Alter); Konflikte, Unfälle und Wilderei von Mensch und Tier im Vergleich zu 727, die im Jahr 2017 starben. Im Maasai Mara-Ökosystem starben in diesem Jahr insgesamt 61 Elefanten. 23 Todesfälle waren auf natürliche Ursachen zurückzuführen, 10 auf Konflikte zwischen Menschen und Elefanten, 4 wurden gewildert, während 24 starben – Ursachen, die nicht sofort festgestellt wurden. Die Kadaver wurden zu spät entdeckt. ⇒Quelle, mehr Infos und Originalartikel (in Englisch, extern)

Elefantenmassaker in Botswana
Laut Mike Chase, dem Chef von „Elegants Without Borders“ wurden in Botswana 87 durch Wilderei getötete Elefanten entdeckt. Die botswanische Regierung hat dieser Darstellung allerdings widersprochen und die Zahl der toten Tiere mit 53 angegeben.

Waldelefanten in Afrika
Zusätzlich zu dem, was im südlichen Afrika los ist, haben die Elefanten in Zentralafrika auch weiterhin unter Wilderei gelitten 80% Rückgang der Waldelefanten in den letzten zehn Jahren.

Man muss leider davon ausgehen, dass auch in 2018 wieder Tausende Elefanten der Wilderei zum Opfer gefallen sind! In Staaten wie Mosambik, Tansania, Kenia, Südafrika, Botswana, Ghana und anderen afrikanischen Ländern, wo noch Elefanten leben.

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ELFENBEIN-VERNICHTUNGEN

  • Im März in Melbourne (Australien)
  • In May in Marseille (Frankreich): 500 kg Elfenbein
  • und weitere Länder

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SCHMUGGELFUNDE

Rekordfund an Elfenbein in Kambodscha

In Kambodscha haben Behörden den bisher größten Fund illegalen Elfenbeins in der Geschichte des Landes vermeldet. 1.026 aus Afrika stammende Elefantenstoßzähne mit einem Gewicht von mehr als 3,2 Tonnen seien im Hafen der Hauptstadt Phnom Penh beschlagnahmt worden.

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TROPHÄENJAGD

Botswana
Das Land mit der größten Zahl der afrikanischen Elefanten auf dem Kontinent, erwägt sein Elefantenjagd-Verbot aufzuheben. Botswana argumentiert, dass es zu viele Elefanten hat, mit eskalierenden Mensch-Elefanten-Konflikten als Ergebnis.

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ELFANTENWAISEN

Kenia
(April) In 2018 ist die Gründerin Daphne Sheldrick, des erfolgreichen Elefantenwaisenhauses und Auswilderungsstation The David Sheldrick Wildlife Trust, leider nach Krankheit, im Alter von 83 Jahren verstorben.
Wieder Waisen die in Kenias Waisenhaus ein neues Zuhause gefunden haben, weil sie Opfer von Wilderei oder anderen schlimmen Ereignissen geworden sind. Die Neuen: Dololo, Kiasa, Maktao, Mukkoka.

Simbawe
(August) Aus der Elefantenkrippe „Zimbabwe Elephant Nursery“ (ZEN) bei Harare wurden sechs junge Waisenelefanten (Annabelle, Matabele, Tulku, Kura, Moyo, Sizi) in ein neues Zuhause gebracht: in den Panda-Mausie-Nationalpark. In diesem Schutzgebiet gewöhnen sie sich langsam an ein Leben in der Wildnis. Doch noch sind die Kleinen in der Obhut der Organisationen IFAW- und „Wild Is Life Trust“ bis sie endgültig in die freie Wildbahn entlassen werden. ⇒Mehr darüber, extern

Sambia
(Dezember) Ein fast einjähriges weibliches Elefantenkalb wurde am Ufer des Luangwa-Flusses in Rufunsa in Sambia, gerettet. Es wurde in Sicherheit gebracht und sofort versorgt.

(Juni) Es war eine dramatische Rettungsaktion: Verlassen und schwer angeschlagen wurde ein kleines Elefantenmädchen aufgefunden, das dann im Lilayi Elefantenwaisenhaus in Sambia aufgenommen wurde. Tuko heißt die Kleine nun, nachdem sie den Kampf ums Überleben geschafft hat.

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HILFSPROJEKTE

(Mai) Die Tierschutzorganisation „VIER PFOTEN“ baut erstes Schutzzentrum für Elefanten in Myanmar: Ehemalige Arbeitselefanten sowie verwaiste oder verletzte Tiere werden dort dann rehabilitiert
In dem 17.000 Hektar großen ELEPHANTS LAKE in der Bago Region werden Tierärzte und Experten die ehemaligen Arbeitselefanten, sowie auch verletzte oder verwaiste wilde Elefanten, rehabilitieren und auf das Leben in Freiheit vorbereiten. Ende 2018 sollen die ersten Tiere in das Schutzzentrum einziehen.

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KONFERENZEN / Events

Es gab einige Konferenzen weltweit zum Thema Elefantenwilderei und illegalem Elfenbeinhandel.

(Oktober) Die „Illegal Wildlife Trade Conference“ fand in London statt. Die Konferenz zum illegalen Wildtierhandel war eine internationale Konferenz.

Die CITES CoP18 wird in 2019 in Colombo, Sri Lanka, stattfinden. In 2018 fand keine CITES-Konferenz statt.

World Wildlife Day am 3. März 2018

World Elephant Day am 12. August 2018

Global Marsh For Elephants And Rhinos fiel in 2018 aus


 

Höhen und Tiefen für die Elefanten weltweit! Weiterhin muss der Druck gegen Elfenbeinhandel und gegen Wilderei aufrechterhalten werden.

Recherchen und Zusammenfassung der einzelnen Meldungen: Anja Semling