Jahresrückblick 2019

Afrikanische Elefanten kämpfen ums Überleben!

Viele Nachrichten gab’s 2019, hier was wichtig war; sicherlich gab es noch mehr. Erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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ELEFANTENBESTAND

Experten gehen seit 2016 von einem aktuellen Bestand von ca. 350.000 Savannen-Elefanten in Afrika aus; im Jahr 1979 waren es noch 1,3 Millionen und Anfang des 19. Jahrhunderts lebten in Afrika ca. 10 Millionen Elefanten. Bestand des Asiatischen Elefanten derzeit: etwa 30.000 Tiere.

Im Jahr 2019 hat sich die Situation für Elefanten im größten Teil des südlichen und östlichen Afrikas langsam verbessert. Sie sind jedoch in anderen Teilen ihres Verbreitungsgebiets, insbesondere in den Krisengebieten Zentral- und Westafrikas, weiterhin gefährdet. Wilderei ist in Ländern wie Kenia, Tansania und Uganda relativ gering geblieben und scheint in Sambia, Simbabwe, Namibia und Mosambik zurückgegangen zu sein. Nach Jahren schwerer Wilderei im Niassa National Reserve in Mosambik wurden seit Mai 2018 keine Elefanten mehr für Elfenbein als getötet gemeldet.

Abbildung: Eine Gruppe afrikanischer Elefanten in den Shimba Hills (Kenia). Foto Frank Neumann

Verschärft hat sich die Situation für Afrikas größte Elefantenpopulation in Botswana, nach Berichten zufolge über vermehrte Wilderei im Jahr 2018 und Kontroversen um die Wiedereinführung der Elefantensportjagd. Es gibt jedoch keine Hinweise auf eine signifikante Verringerung der Elefantenzahlen.

Es wurde Besorgnis über die geringen Niederschläge im südlichen Afrika und die Möglichkeit, dass eine beträchtliche Anzahl von Elefanten verhungert sei, laut. Dürrebedingte Todesfälle gehören jedoch zum natürlichen Kreislauf der Elefanten und müssen leider akzeptiert werden. Aber Simbabwes Elefanten hat es dennoch besonders stark getroffen:

Simbabwe: Im Sommer 2019 wurden die simbabwischen Nationalparks zu „Elefantenfriedhöfen“, da die Dürre extrem war. Infolge des Klimawandels leiden Tierarten Afrikas. Hunderte von Elefanten sind an den Folgen der Dürre verhungert. Im Hwange-Nationalpark im Süden sind mehr als 200 Tiere gestorben. Die Ranger vor Ort planen bereits für 2020, in dem sie die Tiere unterstützen müssen, da die Dürre zur neuen Normalität wird. Sie wollen Bohrlöcher graben und Pumpen einbringen – aber mit Simbabwes Wirtschaft am Rande des Zusammenbruchs gibt es kein Geld von der Regierung, um zu helfen.

Nigeria: Im äußersten Nordosten Nigerias, nahe der Grenze zu Kamerun und Tschad, wurde im Dezember 2019 eine Herde von rund 250 Elefanten gesichtet (mit dem Helikopter). Es ist die erste gemeldete Sichtung von Elefanten in der Region, seit der Aufstand von Boko Haram vor einem Jahrzehnt begann. „Die Sichtung dieser Herde bedeutet, dass sich die Elefantenpopulation in Nigeria effektiv verdoppelt hat“, sagt Tunde Marokinyo. Nigeria ruft nun zum Schutz der Elefanten im Kriegsgebiet auf.

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WALD-ELEFANTEN

GABUN – Zentralafrika
Elefantenpopulationen sind überall in Gefahr, aber Waldelefanten in Zentralafrika haben im letzten Jahrzehnt alarmierende Verluste erlitten !!! 

Zwischen 2004 und 2014, Bewertung: Rückgang der Elefantenzahlen um 78–81% über zehn Jahre geschätzt – ein Verlust von mehr als 25.000 Elefanten. Während die Wilderei in Gabun stattfindet, hat die grenzüberschreitende Wilderei den steilen Rückgang der Elefantenzahlen zum größten Teil verursacht.
Mit fast 50% der Waldelefanten in Zentralafrika, von denen angenommen wird, dass sie in Gabun leben, ist ihr Verlust aus dem Park ein erheblicher Rückschlag für den Erhalt der Arten.
Es wird angenommen, dass große, abgelegene Schutzgebiete Waldelefanten am besten schützen, indem sie große Populationen unterstützen, die vor Fragmentierung des Lebensraums, Randeffekten und menschlichem Druck geschützt sind.
Ein solches Gebiet, der Minkébé-Nationalpark (MNP), Gabun, wurde hauptsächlich wegen seines Rufs als Heimat einer großen Elefantenpopulation gegründet. MNP hatte um die Jahrhundertwende die höchste Elefantendichte in Zentralafrika und galt wegen seiner relativ großen Größe und Isolation als kritisches Schutzgebiet für Waldelefanten.
⇒Quelle: africanelephantjournal.com

Bild von Nel Botha auf Pixabay

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ELFENBEINHANDEL

Seit dem Verbot (1.1.2018) von Elfenbein-Binnenhandel in China, weichen chinesische Touristen auf andere Länder, wie Z.B. Kambodscha, Vietnam oder Japan aus. China und mehrere südostasiatische Länder haben den offenen Verkauf von Elfenbein nahezu vollständig eingestellt.

Gegen den Elfenbeinhandel wurden in 2019 erhebliche Fortschritte erzielt. Eine Reihe von Verhaftungen von großen Elfenbeinhändlern hat dazu beigetragen, ihre Netzwerke zu zerstören. Dazu gehörten die Festnahme von Moazu Kromah in Uganda und seine Deportation in die USA durch den United States Fish and Wildlife Service (USFWS), die Festnahme von Amara Cherif in Senegal, die Festnahme von Menschenhändlern in Sambia und Malawi sowie eine Reihe von Verhaftungen und Verurteilungen durch chinesische Voruntersuchungen der Environmental Investigation Agency.

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WILDEREI

Die Situation in Zentralafrika ist außerordentlich schlimm. Das Zählen von Waldelefanten ist schwierig, aber Beweise von Elfenbeinwilderei und von gut überwachten Stellen legen nahe, dass der Wildereidruck immernoch hoch ist und in schlecht geschützten Waldgebieten eine große Anzahl von Elefanten verloren geht.
Die Finanzierung des Schutzes von Waldelefanten erlebte einen unerwarteten Rückschlag. Das Innenministerium der Vereinigten Staaten hat die Finanzierung seines Regionalprogramms für die Umwelt in Zentralafrika durch den United States Fish and Wildlife Service (USFWS) ausgesetzt, das zuvor wichtige Unterstützung für den Schutz von Waldelefanten geleistet hat. Der Elephant Crisis Fund (ECF) versucht als Krisenmaßnahme, einige der Finanzierungslücken im Zuge dieser Entscheidung zu schließen.

Kenia: Wilderei um 90% gesunken!
Laut Statistiken des Kenya Wildlife Service (KWS) hat die Wilderei von Elefanten und Nashörnern in den letzten sieben Jahren um 90 Prozent abgenommen. Eine Umfrage von KWS ergab einen stetigen Rückgang in solchen Fällen zwischen 2012 und 2018, wobei die dokumentierten Fälle von Elefantenwilderei im Untersuchungszeitraum von 384 auf 38 zurückgingen. Der Umfrage zufolge wurden 2013 302 Elefanten gewildert 2014, 96 im Jahr 2015, 86 im Jahr 2016 und 80 im Jahr 2017. KWS hat jedoch noch keine Statistiken für2019 veröffentlicht. ⇒Quelle

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SCHMUGGELFUNDE

Peking: Chinesische Behörden haben in einer der grössten Razzien der vergangenen Jahre rund 7,5 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt. Insgesamt seien bei Durchsuchungen in sechs Provinzen 2748 Elefanten-Stosszähne sichergestellt worden.

Singapur: Gewaltiger Elfenbeinfund: knapp neun Tonnen Elfenbein auf dem Weg nach Vietnam. Auf den Containern stand, diese würden Holz beinhalten. Es ist der größte Fund, der international bisher gemacht wurde.

Untersuchungen zu Hongkongs größter Elfenbein-Beschlagnahme in bereits 2018, seit 30 Jahren, haben nicht zu einer einzigen Anklage geführt, was bedeutet, dass das Syndikat, das hinter dem Schmuggel steht, immer noch auf freiem Fuß ist, dies hat die Zollabteilung bestätigt. Dieses Versäumnis und die seit langem niedrige Strafverfolgungsrate für den illegalen Handel mit Wildtieren haben die Besorgnis von Experten ausgelöst, die die Hongkonger Behörden aufforderten, mehr Geld in die Ermittlungen zu stecken und die Straftat mit härteren Strafen zu bestrafen.

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ELFENBEINZERSTÖRUNG

Myanmar: Elfenbein öffentlich zerstört

Im Süden Myanmars haben im März 2019 die Behörden sichergestelltes Elfenbein öffentlich mit einer Straßenwalze zerstören lassen. Begehrt sei auch die Haut der Elefanten, die getrocknet zur Herstellung von Kosmetik verwendet wird. Parallel zur Elfenbein-Zerstörung in Yangon wurde in der Stadt ein Elefantenmuseum eröffnet.

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TROPHÄENJAGD

Botswana:
Das Land mit der größten Zahl der afrikanischen Elefanten auf dem Kontinent hat die  Trophäenjagd wieder eingeführt. Das Land gibt 158 Elefanten zum Abschuß frei. Aufgrund vermehrter Elefanten-Bauern-Konflikte. Wobei Bauern den Elefanten Land wegnehmen oder ihre Wanderrouten mit Felder beackern.
Laut dem Botswana Aerial Survey Report 2018 von „Elefanten ohne Grenzen“ betrug die geschätzte Population von Elefanten in Botswana 126.114 im Jahr 2018.

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ELEFANTEN-VERKÄUFE

SIMBABWE: Von 2012 bis 2019, hat Simbabwe 140 Baby-Elefanten nach China verkauft. In fünf separaten Transporten:

 

2012: 08 Elefanten
2015: 27 Elefanten
2016: 35 Elefanten
2017: 38 Elefanten
2019: 32 Elefanten

ZAHLEN von Adam Cruise PhD – Stellenbosch University, Südafrika. Quelle und mehr Infos

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KONFERENZEN / Events / Demos

Es gab einige Konferenzen weltweit zum Thema Elefantenwilderei und illegalem Elfenbeinhandel.

  • Die CITES CoP18 in Colombo, Sri Lanka

August 2019: ERFOLG im Elefantenschutz!
Eine Mehrheit der Delegierten hat sich für ein weitreichendes Verbot des Elefanten-Handels ausgesprochen. Wilde afrikanische Elefanten sollen demnach nicht mehr an Zoos oder Zirkusse verkauft werden dürfen. Umweltschützer sprachen von einem „historischen Sieg“.
Gute Ergebnisse kamen bei CITES für die Elefanten zustande.
Der Handel mit Dutzenden Tier- und Pflanzenarten wird schärfer überwacht. Das beschlossen die 183 Unterzeichnerstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens über den Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (Cites) bei ihrer Sitzung in Genf.

Keine Verkäufe mehr von jungen Elefanten an Zoos und Zirkusse!
Bei der Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen Cites haben die mehr als 180 Vertragsstaaten vereinbart, den Export wild gefangener Afrikanischer Elefanten in andere Kontinente weitgehend zu verbieten. Nach einer hitzigen Debatte beschlossen die Vertragsstaaten am Dienstag bei einer Plenumssitzung in Genf endgültig eine Neuregelung, die insbesondere Zoos betrifft. Ausgenommen bleibt nur der Handel mit den Großsäugern für Projekte zu deren Arterhalt in freier Wildbahn.

  • World Wildlife Day am 3. März 2019
  • World Elephant Day am 12. August 2019
  • Global Marsh For Elephants And Rhinos in 2019

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AEC – African Elephant Coalition > Forderung an Japan

Der Ältestenrat der African Elephant Coalition (AEC), bestehend aus 32 afrikanischen Ländern und der Mehrheit der afrikanischen Elefantenstaaten, fordert die japanische Regierung auf, ihren Elfenbeinmarkt, einen der größten der Welt, zu schließen und einen stärkeren Schutz der afrikanischen Elefanten zu unterstützen.

Konkret möchte die AEC:

  • Alle Länder sollen Chinas Beispiel bei der Schließung ihrer einheimischen Elfenbeinmärkte folgen, indem sie auf der Vertragsstaatenkonferenz eine Resolution (10.10) bekräftigen.
  • Aufnahme aller afrikanischen Elefanten in Anhang I, den nach CITES bestmöglichen Schutz. Derzeit sind Elefanten in Afrika mit Elefanten in Botswana, Namibia, Südafrika und Simbabwe in einer Split-Liste in Anhang II aufgeführt, was unter bestimmten Umständen den Handel ermöglicht.

Die AEC ist seit langem der Ansicht, dass, wenn Elefanten vollständig geschützt werden sollen, unbedingt alle in Anhang I aufgeführt werden müssen.

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FESTNAHMEN

In mehreren Ländern wurden nach Ermittlungen von USFWS-, China Customs- und ECF-Partnern Verdächtige für den Elfenbeinhandel festgenommen. Vier Menschenhandelsverdächtige wurden im Südbezirk von New York angeklagt, was die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Strafverfolgung erhöht. In den meisten südlichen und östlichen afrikanischen Hochburgen hat sich die Wilderei verringert.

 


Höhen und Tiefen für die Elefanten weltweit! Weiterhin muss der Druck gegen Elfenbeinhandel und gegen Wilderei aufrechterhalten werden.

Recherchen und Zusammenfassung der einzelnen Meldungen: Anja Semling

Quellen:
https://africanelephantjournal.com
http://www.rfi.fr/en/africa…
Der ELEPHANT CRISIS FUND – Bericht 2019 (in Englisch)
und:
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